Die Geschichte der Schokolade

 

Theobroma Cacao

Die Geschichte der Schokolade ist älter als man gemein hin glaubt. Sie reicht 3500 Jahre zurück und hat ihren Urspung in Südamerika.

 

Derzeit geht man davon aus. dass die Olmeken die Frucht des Theobroma Cacao (Kakaobaum, siehe rechts) schon 1500 v. Chr. genutzt haben. Die Olmeken gelten als eine der Träger der mesoamerikanischen Kultur und lebten im Tiefland der mexikanischen Golfküste. Ihnen werden die Ursprünge für die Schrift und der Kalenderrechnung aber auch der Tempelpyramiden und Ballspiele Amerikas zugerechnet. Der erste Anbau des Kakaobaums wird hingegen einer anderen mesoamerikanischen Kultur zugerechnet - den Maya.

 

In einer Zeit, die auch als Präklassik bezeichnet wird und von etwa 900 - 400 v. Chr. datiert ist, haben die Maya eine fast durchgehende dauerhafte Besiedlung in ihrem Gebiet von Mexiko bis hin nach Honduras und El Salvador geschaffen. Ungefähr 600 v. Chr. sollen sie dann begonnen haben, den Theobroma Cacao anzupflanzen. Die Olmeken wiederum verloren ab dem 400 Jahrhundert vor Christus stetig an Bedeutung. Überlieferungen der Maya zufolge war für sie die Kakaopflanze göttlichen Ursprungs und so wurde dem Kakao Gott Ek Chuak îm Rahmen eines großen Festes jedes Jahr im April gedankt.

 

Die Azteken schließlich gaben der Frucht des Theobroma Cacao ihren Namen: Xocólatl heute bekannt als Kakao. Xocólatl setzt sich aus den Begriffen Xòcoc für "bitter" und atl für "Wasser" zusammen und geht auf den Brauch zurück, Wasser, Kakao, Vanille und Cayennepfeffer zu einem Getränk zu vermischen. Während der Hochkultur der Azteken ab 300-600 n. Chr., auch als Frühe Klassik bezeichnet, stieg der Stellenwert von Kakao deutlich. Zu keiner Zeit war der Kakao allerdings den Massen zugänglich. Kakao galt als ein Gut, welches nur dem Adel, den Kriegern und Priestern vorbestimmt war. Wie hoch der Stellenwert dieser Frucht tatsächlich war lässt sich an der Tatsache, dass es als Zahlungsmittel verwendet wurde, deutlich machen.

 

Hernán Cortés1492 entdeckte Christoph Kolumbus Amerika. Damals war ihm aber die Bedeutung dieser Pflanze in keinerlei Hinsicht bewusst. Unter dem Spanier Hernán Cortés, der 1517 die mexikanische Halbinsel Yucatán besetzte, wurde die Eroberung des Aztekenreiches von 1519-1521 vorangetrieben. Nach dem Sieg der Spanier wurde den Eroberern schnell die Bedeutung des Kakaos für die Maya und Azteken bewusst, wenngleich sie auch den Grund dafür nicht verstanden. Das Getränk sagte vielen Spaniern aufgrund des bitteren Geschmacks nicht zu. Erst nachdem das traditionelle Aztekengetränk mir Rohrzucker versüßt wurde, schaffte der Kakao den Durchbruch bei den Besatzern. Einige Quellen schreiben Hernán Cortés auch den ersten Transport von Kakao nach Europa zu. Dies konnte allerdings nirgendwo schriftlich bestätigt werden. Was jedoch als bewiesen gilt ist das 1544 im Rahmen des Besuchs einiger adeligen Maya bei Prinz Philipp in Spanien, Schokolade als Gastgeschenk übergeben worden ist.

 

Seit 1585 wurde in Europa mit Schokolade offiziel Handel getrieben. Zu dieser Zeit erfreute sich der Kakao steigender Beliebtheit am spanischen Hof und unter den Adeligen. Seinen Siegeszug durch Europa trat der Kakao über Italien, Frankfreich und England an bis er schließlich 1673 das erste mal als Getränk in einer "deutschen" Kaffeestube in Bremen zu erhalten war. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts war mit dem Rübenzucker, der den teurern Import von Rohrzucker ersetzte, einem verbesserten und verstärktem Anbau des Theobroma Cacao und Produktentwicklungen wie Kakaopressen der Erfolg der Schokolade nicht mehr aufzuhalten.


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